Was bewegt Stadt?

Blick auf den S-Bhf. Warschauer Straße
Blick auf den S-Bhf. Warschauer Straße, Berlin 2013

Hin und wieder erscheint die Rückbesinnung auf grundsätzliche Fragen angebracht. Deshalb stelle ich diesen Beitrag unter die durchaus mehrdeutig zu verstehende Überschrift…

„Was bewegt Stadt?“

Meine persönliche Antwort auf diese Frage bleibt komplex und doch simpel…

Stadt „bewegt“ sich im Spannungs- und Interessenfeld der in Ihr tätigen Akteure, der Menschen, die sich in ihr und für sie bewusst und unbewusst engagieren. Somit bleibt „Bewegung“ das Produkt individueller oder institutionalisierter Intervention/Aktion.

Aus diesem Verständnis heraus ist „Bewegung“/“Veränderung“ ein Auftrag, der unbewusst oder bewusst uns alle adressiert und von uns adressiert wird.

Wir sind es, die unseren Lebensraum auf verschiedenste Art und Weise mit „Leben“ füllen und seine Zukunft prägen. Sei es durch gestalterische Eingriffe aus Perspektive eines Stadtdenkers oder durch die Annahme von (Stadt-)Räumen und Angeboten, sei es aus der Perspektive eines denkenden Individuums oder als städtischer, öffentlicher oder wirtschaftlich inspirierter Akteur – wir sind es, welche die Entwicklung unseres direkten Lebensumfeldes (nach individuellen Möglichkeiten und im Spannungsfeld wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Faktoren) gestalten.

Insofern obliegt es jedem von uns, mit seinem Tun und Wirken seinen Beitrag für die Zukunft unseres Lebensraumes zu leisten. Dies mag etwas idealistisch, vielleicht auch „weltverbesserisch“ klingen. Diese Deutung ist aber nur eine der möglichen. Unsere individuellen Beweggründe/Ziele/inhaltliche Betonungen, die Triebkräfte hinter unserem Handeln bleiben zweifelsohne verschiedene.

Irgendwo zwischen diesen verschiedenen Rollenverständnissen und Funktionen, zwischen Konsum und Produktion, zwischen Gestalten, Verwalten und Hinnehmen, findet sich unsere Gegenwart und auch der Pfad in unsere Zukunft. Es sind dabei gerade die angedeuteten unterschiedlichen Triebkräfte und ihre Ausprägungen, die „Veränderung“/“Bewegung“/“Reibung“ sichern und auf diesem Weg die erforderlichen gesellschaftlichen Diskurse generieren, die Denkanstöße geben und Handlungen/Entscheidungen befördern, welche im Idealfall eine „zukunftsfähige und resiliente (krisenbewältigungsfähige) Entwicklung“ unseres Lebensraums fördern.

Die Ausgangslagen sind hierbei vielseitig. Sie unterscheiden sich in ihren spezifischen Ausprägungen und Gewichtungen, sprich: Die lokalen Gegebenheiten und Rahmenbedingungen sind unterschiedlich. Es stellt sich also die Herausforderung den Geist des Ortes, seine Potenziale und Defizite, seine Stärken und Schwächen seine spezifischen Entwicklungstendenzen, Herausforderungen und Themen zu erfassen/identifizieren und bezogen auf eben diese Situation – losgelöst von alltäglichem Druck – sinnvolle Prioritäten zu entwickeln und realisieren.

Dies mag an verschiedenen Orten zu durchaus unterschiedlichen Priorisierungen und Gewichtungen führen, was jedoch der Zielorientierung „zukunftsfähige und resiliente Entwicklung“ nicht per se widerspricht, sondern als „Verschiedenheit der Ausgangssituationen“ und fallbezogener „Ausdruck der „Durchsetzungskraft“ bestimmter Interessen“ zu begreifen ist.

Dominant bleiben besonders folgende raumentwicklungsbezogene Herausforderungen:
– die Entwicklung zukunftsfähiger Antworten/Strategien in Bezug auf die lokal-spezifischen sozialen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen (z.B. Klimawandel und Klimafolgenbewältigung, quantitative und qualitative sozio-demografische Veränderungen (z.B. Alterung, Stagnation, Schrumpfung, Wachstum), sich wandelnde ökonomische Ansprüche, Energiewende,… ) inklusive ihrer Umsetzung,
– die nachhaltige Sicherung der Handlungsfähigkeit von im Ideal gemeinwohlorientierten städtischen Akteuren (z.B. öffentliche Verwaltung, politisch legitimierte Institutionen, Vereinen, Gewerkschaften, NGO’s, Religionsgemeinschaften,…; weitere Schlagworte: finanzielle und legitimierte Handlungsfähigkeit eben dieser Akteure).

Um an dieser Stelle den vorliegenden Abriss der vielfältigen Einflussgrößen auf „eine zentrale Antwort“ auf die durchaus provokante Ausgangsfrage (den Titel dieses Beitrags) zusammenzuführen:

„Wir sind es, die Stadt bewegen!“.

Wir sind es, die sich aktiv und passiv ihren Herausforderungen stellen, sich an ihnen messen, reiben oder sich mit ihr arrangieren, Herausforderungen angehen oder uns ihrer entziehen, mit Ungereimtheiten leben oder diese angehen.

An dieser Stelle einige visuelle Impressionen verschiedener hiermit verbundener „möglicher und gegenwärtiger Herausforderungen“ (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)…

Herausforderung „Stadtgesellschaft in Zusammenhalt & Dissonanz“…
Herausforderung „Vielfalt im Miteinander & Nebeneinander“…
Herausforderung „Lebenswerte Stadt“…
Herausforderung „Stadtraum“…

Samstagsdemonstrationen in Berlin
Samstagsdemonstrationen in Berlin
Stadt zwischen "Alltäglichem" und "Besonderem"
Stadt zwischen „Alltäglichem“ und „Besonderem“

Herausforderung „Kulturraum zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“…

Lustgarten und Berliner Dom
Lustgarten und Berliner Dom
Holocaustmahnmal
Holocaustmahnmal

Herausforderung „Mobilität“…

Impressionen urbaner Mobilität
Impressionen urbaner Mobilität

Herausforderung „Energie“…

Energieerzeugung im städtischen Raum
Energieerzeugung im städtischen/stadregionalen Raum

Herausforderung „Klima/Klimawandel/Klimafolgen und Ökologie“…

städtische Räume als Räume ökologischer und klimatologischer Funktionen
städtische Räume als Räume ökologischer und klimatologischer Funktionen

Herausforderung „Stadt als Wirtschaftsstandort“…
Herausforderung „Stadtfinanzierung“…

Stadt als Wirtschaftsstandort/ökonomische Größe/Ort der Erwerbsarbeit
Stadt als Wirtschaftsstandort/ökonomische Größe/Ort der Erwerbsarbeit

Herausforderung „Steuerung von Stadtentwicklung“…
Herausforderung „Flächen- und Gebäudenutzung“…

Gewerbebrache, Berlin
Gewerbebrache/Konversionsfläche, Berlin Karlshorst

… .

Christoph Albrecht Verfasst von:

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