Stadtdenkmal Glückstadt II – Stadterneuerung und Hafenkanten

Molenkieker - Ausblicke, Einblicke, Rundblicke
Molenkieker – Ausblicke, Einblicke, Rundblicke zwischen Elbschifffahrt, Naturraum und AKW Folgelandschaft

…Willkommen in Schleswig-Holstein, dem Land zwischen den Meeren!
…Willkommen in der entschleunigten aber statistisch glücklicheren Provinz mit Ihrer kaiserlich-dörflichen Landeshauptstadt.
Ein zugezogener EXIL-BERLINER sagt „Moin!“ (alles andere wäre Schnick-Schnack)

Der heutige bebilderte Ausflug führt erneut in das Stadtdenkmal Glückstadt (Stipvisite). Das Bildmaterial entstand im Jahr 2015 auf einem Wochenendausflug und bannt im Wesentlichen Situationen entlang der Hafenkante Glückstadts.

Für viele Städte in Gewässernähe bildeten und bilden Hafenanlagen Motoren aber auch Hemmnisse ökonomischer Entwicklung. Entlang der städtischen Wasserkanten finden sich Nutzungen und Funktionen, die umgebende Quartiere aber auch gesamtstädtische Siedlungszusammenhänge und -strukturen sowie regionale Verflechtungen prägen. So sind beispielsweise Hafen-Hinterland-Verkehre für das Umfeld betriebsamer Wirtschafts- und Personenverkehrshäfen wie Hamburg oder Bremen prägend und Fischverarbeitung im Umfeld größerer Fischereistandorte gegenwärtig.

Hafenkopf
Binnenhafen und Hafenkopf – innerstädtischer Standort für Freizeits- und Museumsschifffahrt

Die Wurzeln der Hafen- und Festungsstadt Glückstadt liegen in geopolitischen Ewägungen des Stadtgründers Christian IV., König von Dänemark und Herzog von Schleswig und Holstein, seine Machtinteressen gegenüber der aufstrebenden Handelsmetropole Hamburg zu sichern. So waren die Anfangszeiten der Entwicklung des Glückstädter Hafens neben Handels- und Fischereischifffahrt bereits auch durch militärische Hafennutzungen geprägt.

Zwischen 1670 und 1863 war der Hafen Ausgangspunkt für so genannte Grönlandfahrten (Robben- und Walfang). Bereits im 18. Jahrhundert setzte eine Sandbank im Bereich der Glückstädter Hafenzufahrt dem Wachstum des Hafenstandortes Grenzen.

Mit der Errichtung eines Docksperrwerks zwischen 1867 und 1874 wurde die bis heute prägende Zweiteilung der Hafenanlagen in einen tideunabhängiger Dockhafen, dem Binnenhafen und einen Außenhafen geschaffen.

Binnenhafen
Binnenhafen vom Sperrwerk – Freizeitsegler statt Heringslogger.

Mit der Gründung einer Gesellschaft für Heringsfischerei begann 1893 die Herausbildung der Heringstradition, die bis in die Gegenwart gepflegt wird. Bis 1976 blieb der Hafen Standort für den kommerziellen Heringsfischfang.

Die Anbindung an das wachsende Eisenbahnnetz (1845) brachte dem Hafen zudem einen Bedeutungsgewinn als Winterhafen/Güterumschlagsplatz für das südlicher gelegene Altona.

Docke
Docke – Gehlsen-Gelände: vom dänischen Militärhafen zum Standort der Holz-Industrie zum Ausflugsziel

Um 1900 wurden vormals durch die dänsiche Kriegsmarine genutzte Hafenbereiche zugeschüttet und bis zur Jahrtausendwende gewerblich zum Beispiel durch die Firma Gehlsen (Holzhandel/Holzverarbeitung) genutzt.

Docke
Docke – Themenpark Fisch // Nachnutzung als Veranstaltungsort, Spiel-, Aufenthalts- und Erholungfläche

Bis in die 1980’er Jahre befand sich im Bereich des Außenhafens der Anleger der Fährverbindung Glückstadt-Wischhafen, einer bedeutsamen Elbquerung. Die Verlagerung des Anlegers an einen nördlicheren Standort sorgte für verkehrliche Entlastungen der Glückstädter Innenstadt.

1995 erfolgte die Privatisierung des verbliebenen Güterhafens. Dieser Bereich des Außenhafens wird seither durch die Glückstadt Port GmbH betrieben. 2012 ging die Trägerschaft des Binnenhafens nach Übergang des Eigentums vom Land auf die Kommune an die Stadtwerke Glückstadt.

Außenhafen
Molenkieker und Außenhafen – Zwischen internationalem Tourismus und Güterumschlag im Landesschutzhafen

Der seit mehreren Jahrzehnten gegenwärtige Strukturwandel im Bereich der Nutzungen von Hafen und beigeordneten Flächen verdeutlichte sich in Entnutzungen und Verfall der Hafenanlagen. Im Ergebnis eines erfolgreichen Sanierungs- und Erneuerungsprozesses präsentiert sich die Glückstädter Hafenanlage heute mit Tourismus, Freizeitschifffahrt, Kultur, Wohnnutzungen und maritimen Gewerbetreibenden sowie musealen Hafennutzungen als Lebensstandort in einem anderen Gewandt. Viele historische Hafengebäude konnten neuen Nutzungen zugeführt werden und weite Teile der nördlichen und südlichen Hafenkante laden heute eher zum Flanieren, denn zum Warenumschlag. Besonders markant ist die städtebauliche Silhouette der Randbebauung entlang des Nordufers.

Weitere Informationen zur historischen Innenstadt wie auch den gerade abgeschlossenen Maßnahmen und Projekten der Städtebauförderung/Stadtsanierung entlang der Glückstädter Hafenkante finden sich hier: (Abschlussbericht der Stadt Glückstadt über die Ergebnisse und Wirkungen der Städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Historische Innenstadt/Am Rethövel“, 2016).


Some words in English:
One more year stadtdenker.wordpress.com.

This article presents some pics and impressions of Glückstadt a city situated at the border of the river Elbe. Today it’s known for its ferry and its specific „Hering-culture“, thus the city is far more. Glückstadt was founded by the Danish king Christian IV. The Danish tried to develop a counterpart to the city of Hamburg. Glückstadt is a living cultural heritage, shaped through Immigrants from the Netherlands and other countries… A place worth visiting.

Glückstadt Port has once been a military port for the Danish fleet. Nowadays it has become a living-space with housing, culture, tourism and maritime services.


Christoph Albrecht Verfasst von:

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.